sculptura organica © Rolf Laven


Bei fast allen meinen künstlerischen Arbeiten gibt es eine Gemeinsamkeit: das Werkmaterial wird auf eine natürlich gegebene "innere" Skulptur überprüft.
Dabei forsche ich begierig nach im Holz vorhandenen Strukturen, um sie herauszuarbeiten, zu betonen, Grenzen zu erkunden.

Dem technischen Designertum möchte ich mit meinem Oeuvre entgegentreten, bin auf der Suche nach puren Urformen, bediene mich morphologischer Grundmuster. Bewusst pflege ich den traditionellen und behutsamen Umgang mit Holz, Metall und Werkzeug, wobei der Gebrauch einer Kettensäge für mich unverzichtbar ist, das Formen mit ihr kann mich in einen regelrechten Gestaltungsrausch versetzen.

Verschiedene Holzformen mit Aussparungen (Hohlformen, deutlich nach Maserung, also natürlicher Gegebenheit des Materials, gearbeitet), weiters höckerartige Holzformen mit rauer, lebhafter Struktur, die die brachiale Kraft der Motorsäge zur spezifischen Oberflächengestaltung sowie Formgebung thematisieren entstehen. Die bewusst grobe Struktursprache der Holzhöcker wirkt kontrastierend mit den glatt geschliffenen Hohlformen, nochmals.
Grob gesägte Formen, gespaltene Flächen werden partiell durch Exenterschleifer, Hobel und Schleifschwämme geglättet und verbunden.

Runde, weiche Formen fließen und fügen sich. Schönheit, Wildheit und das Skurrile des durch Wachstum natürlich Entstandene faszinieren mich. Dieses aufnehmend, zu einem Konzept weitertreibend, entstehen ausdruckstarke, phantasievolle Skulpturen.
Maserung, Relief, Struktur, Oberfläche und eben auch Körperhaftigkeit sind die Themen.
Eine andere Objektgruppe besteht aus Körpern in einer Verbindung von Metall und Holz:
Eine Reihe von freien organischen Formen mit sehr glatten Oberflächen sind mit Metallgriffen versehen, also mit eingearbeiteten Fremdkörpern, die - im bestehenden Kontrast - Spannung, eine neue Aura, schaffen. Diesen Arbeiten ist eine hohe Dynamik zueigen, sie geben auch Zeugnis von Beweglichkeit und zugleich Ausgewogenheit.
Wobei die Fokussierung auf Objekt - bzw. Materialfamilien Klarheit verschafft bezüglich Materialverwendung, Kompatibilität.
Oftmals sind diese Werke so angelegt, dass sie in Gruppen funktionieren, Ansammlungen bilden - Dialoghaftigkeit implizieren.

Auch von mir entwickelte Bild(objekte), aufgebaut aus Konstruktionen, Fundmaterial, Fensterrahmen u.ä. bezogen mit Malerleinen, sind in ihrer Mehrdimensionalität bereits skulptural angelegt. Reliefartige Oberflächen, amorphe Formen, Verbeulungen, Einbuchtungen etc. sind zu sehen.
Leinwand ist hier nicht nur Oberflächenträger von Information, sondern erscheint körperhaft; geht eine Verbindung mit der unteren Konstruktion ein.
Bei allen hier genannten Skulpturen gibt es bereits eine Unterteilung in "Familien"; Elemente, die eindeutig einander zugeordnet werden können, Konglomerate bilden, aber keine Begrenzung nach außen verlangen - die für Vielfaches und Erweiterbares stehen.
Es sind ironisch mehrdeutige Ausformungen, die zueinander Bezug herstellen, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln vermögen.

>>texte